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Fetisch- und Sexpraktiken Ratgeber Übersicht

Fetisch: Was darunter zu verstehen ist und woher er kommt
Kleidungsstücke: ganz oben auf der FetischlisteKleidungsstücke: ganz oben auf der Fetischliste

Jeder Mensch hat mehr oder weniger einen Fetisch. Dabei wirst du durch Berühren oder Betrachten von unterschiedlichsten Gegenständen oder durch bestimmte Situationen in sexuelle Erregung versetzt. Diese Form von "Prägung" auf einen bestimmten Gegenstand kann unterschiedlich stark ausfallen, als Lustgewinn dienen kann, oder auch in Extremfällen zur Belastung werden, wenn zum Beispiel der Orgasmus nur noch über den Fetisch erreicht werden kann. Bei Männern ist ein Hang zum Fetisch allgemein stärker ausgeprägt als bei Frauen, dies zeigen auch die Erotikanzeigen in der Kategorie Fetisch, die in der großen Mehrzahl von Männern stammen. 

Wie entsteht ein Fetisch?

Wie genau ein Fetisch entsteht, kann auch heute noch nicht eindeutig gesagt werden. Manche entwickeln sich schon in der Kindheit durch zu frühe Entbindung von den Eltern, Missbrauch oder andere Erlebnisse, die sowohl positiven als auch negativen Ursprungs sein können. Aufgrund der Komplexität dieser Thematik ist es schwer, eindeutig festzumachen, wo ein Fetisch seinen Ursprung hat. Bisher ist nur relativ klar, dass Neigungen an sich nicht vererbt werden können, dafür aber vererbte Merkmale, die den Menschen dahin gehend beeinflussen. Auch ist unbekannt, inwieweit Fetische verbreitet sind. Aufgrund dessen, dass Fetischisten selten eine Therapie benötigen oder wollen, sich leichte Ausprägungen einfach in eine zwischenmenschliche Beziehung einbinden lassen und generell eher wenig darüber gesprochen wird, ist es nahezu unmöglich, eine echte Zahl bestimmen zu können. Dafür aber kann mit Sicherheit gesagt werden, dass sowohl Männer als auch Frauen derart geneigt sein können, die Anzahl der Männer aber überwiegt.

Eine behandlungsbedürftige Störung?

Viele Menschen meinen, dass bestimmte Fetische nicht "normal" seien und die Liebhaber infolge dessen als "gestört" abstempeln. Doch für die sexuelle Orientierung kann man in der Regel nichts, da sie von vielen verschiedenen Faktoren abhängt. Behandlungsbedürftig ist sie dann, wenn der Fetisch als Komplettersatz für die Sexualität zwischen zwei Partnern gesehen wird, da ansonsten die sexuelle Befriedigung ausbleibt. Daraus ergibt sich dann ein Leidensdruck, welcher den Alltag nahezu unerträglich machen kann. In diesem Fall sollte der Fetischist behandelt werden, damit er einen normalen Alltag führen kann und lernt, dass nicht nur seine Bedürfnisse erfüllt werden können.

Die häufigsten Fetische

Fetisch hat nichts mit Pervers zu tunFetisch hat nichts mit Pervers zu tun

Wie in allen anderen Bereichen des Lebens auch gibt es auch bei den Fetischen solche, die vermehrt ausgelebt welchen und welche, die eher selten anzutreffen sind. Ganz oben auf der Skala stehen vor allem Kleidungsstücke. Oftmals sind es Schuhe aller Art, Strümpfe, Unterwäsche, Sportbekleidung, aber auch Badekleidung und Uniformen in getragenem oder ungetragenem Zustand. Meist ist es so, dass der Fetischist eins davon ganz besonders erregend findet, seltener sind es mehrere Bereiche. Dazu kommt oft das Material, bei dem Lack, Latex und Leder sehr stark vertreten sind. Doch auch Satin, Mohair und Nylon sind sehr beliebt. Oft überschneiden sich Fetische auch.

Die Fetisch-Ratgeber

Ungewöhnliche Neigungen

Ein ungewöhnlicher Fetisch ist beispielsweise die Objektophilie oder das Autonepiophilie, auch als Age Play bekannt. Bei Ersterem geht es um die enge Bindung des Menschen zu einem Gegenstand. Dieser baut eine ungewöhnlich starke Bindung auf, die sich bis zu einer Liebe steigern kann, die man sonst zu einem anderen Menschen empfinden würde. Aus psychologischer Sicht steht der Wunsch nach Kontrolle dahinter, weil das Objekt sich nicht wehren und mit einem interagieren kann. Diese Form von Fetisch ist häufig bei alleinstehenden Menschen zu finden. Bei dem Age Play handelt es sich um eine Sexualpraktik, bei dem der eine Partner in die Rolle eines Kleinkindes schlüpft und der andere den Part des Elternteil übernimmt. Dieser kümmert sich dann um das Kind, wozu auch das Füttern, Wickeln und Baden gehören kann. Diese Form gibt es schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts, wo es in den französischen Bordellen ein "altes Baby" gab. Auch wenn diese Spielart die Vermutung aufkommen lässt, so hat dies nichts mit einer Pädophilie zu tun.

Lokalitäten zum Ausleben der Fantasie

Bei manchen Fetischen ist es nicht möglich, diesen zu Hause auszuleben, weil einem der Platz oder die Spielzeuge dafür fehlen. Oftmals möchte man auch in Gesellschaft sein und seine Neigungen zusammen mit anderen ausleben, die ebenso fühlen. Für diesen Zweck gibt es in vielen Großstädten und in den Randgebieten Studios und Clubs, die sich um die unterschiedlichsten Fetische und Spielarten kümmern. So gibt es beispielsweise reine Bondage-SM-Clubs, auf deren Partys man zusammenfinden kann. Auch Swingerclubs sind meist mit unterschiedlichen Räumen ausgestattet, sodass sich Menschen mit breiterem Interesse ausprobieren können. Erlaubt ist dabei meist was gefällt, Zwänge sind nicht vorhanden und werden strengstens abgelehnt. Video- und Fotoaufnahmen sind meistens auch nicht erlaubt, damit die Privatsphäre der Besucher geschützt ist.

Fetischisten sind keine Perversen

Entgegen der allgemeinen Meinung handelt es sich bei Fetischen und Fetischisten nicht um Menschen, die eine perverse Veranlagung haben und kurz davor sind, anderen Menschen Gewalt anzutun. Auch sind es keine einsamen Menschen, die den ganzen Tag vor dem Rechner sitzen und ungepflegt sind. Vielmehr sind es Menschen wie der Nachbar, der Chef oder der netten Kellnerin des Lieblingscafés. Fetischisten lassen sich in keine Schublade drängen, weil die Vorlieben, die Ausprägung und der Charakter von Mensch so unterschiedlich sind, dass jeder einzeln betrachtet werden sollte. Im Grunde handelt es sich nur um eine sexuelle Vorliebe, die meistens keinem schadet.

Bespechen Sie Ihren Fetisch mit Ihrem Partner und füllen Sie den Fetisch Fragebogen aus.


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