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Ein eigenes Bordell eröffnen – Wie es geht und was es kostet

Bild Frau wird bezahlt im Bordell
So mancher mag schon einmal darüber nachgedacht haben, sich im Sexgewerbe selbstständig zu machen. Die Einnahmemöglichkeiten sind durchaus gut, das "horizontale Geschäft" boomt trotz Wirtschaftskrise. Man muss jedoch einige Dinge beachten, bevor man den Schritt in die Selbstständigkeit wagt, ansonsten wird das Geschäftsmodell in den meisten Fällen nicht von dauerhaftem Erfolg gekrönt sein.

Der Geschäftsplan

So konservativ es klingen mag, aber: Keine Unternehmung kann ohne einen funktionierenden Geschäftsplan bestehen. Dies gilt für einen Handwerksbetrieb genau so wie für ein Bordell. Die wenigsten Bordellbetreiber verfügen über Abschlüsse in Wirtschaftswissenschaften und sind zumeist auch keine Buchhalter oder Juristen. Man sollte sich daher von Anfang an Hilfe mit ins Boot holen, noch bevor man das Thema Finanzierung angeht.

Im günstigsten Fall kann man das Projekt mit Eigenkapital finanzieren, bei den meisten Anfängern läuft es aber auf eine Mischfinanzierung mit Eigen- und Fremdkapital hinaus. Dazu muss man eine Bank mit seinem Geschäftsplan überzeugen. Da Prostitution mittlerweile ein legales Gewerbe ist, steht vonseiten der Bank dem Vorhaben nichts entgegen, solange es gut durchdacht ist. Wirklich interessiert ist die Bank eher an den Zinsgewinnen und der Tilgung und somit auch an der Zahlungsfähigkeit, wenn sie als Gläubiger einsteigt. Eine mittelständische Unternehmensberatung oder sogar die IHK hilft einem dabei, den "Business Plan" auf eine solide Basis zu stellen.

Der Standort

Ein entscheidendes Kriterium für den Erfolg eines Bordells ist der Standort. Auf der "grünen Wiese" im Industriegebiet sind Pacht und Grundstückspreise niedrig, allerdings gibt es zu den branchenüblichen Uhrzeiten von 20 bis 4 Uhr praktisch keine Laufkundschaft mehr. Man benötigt also auch Parkflächen und wird nur wenig alkoholische Getränke absetzen, wenn die Kunden mit dem eigenen Auto kommen.

Viele Städte richten Sperrbezirke ein, in welchen Prostitution generell nicht gestattet ist. Ortschaften bis 50.000 Einwohner können auch das gesamte Gemeindegebiet als Sperrbezirk ausweisen. Als Betreiber kann man oft Probleme mit den Anwohnern bekommen, wenn ein Bordell zu dicht an einem Wohngebiet, Altenheim oder Krankenhaus liegt, selbst wenn man sich außerhalb eines Sperrbezirks befindet. Man sollte sich also gezielt über das Umfeld und die Verkehrsanbindung informieren, bevor man blauäugig einen Pachtvertrag unterzeichnet.

Fenster RotlichtviertelEin Bordell zu gründen bedeutet viel Arbeit
Der Papierkram

Da Bordelle im Jahr leicht einen sechsstelligen Umsatz erwirtschaften, muss man sich über die Rechtsform Gedanken machen. Ohne Teilhaber ist bei einem inhabergeführten Etablissement eine GmbH meist die sinnvollste Rechtsform. Dafür muss man ein Gewerbe anmelden, eine Steuernummer beim Finanzamt beantragen, Mitglied bei der IHK werden und die entsprechenden Auflagen der Gewerbeaufsicht erfüllen.

Bevor man auch nur einen Euro an Einnahmen generiert, kann man sich darauf verlassen, mindestens 25.000 bis 30.000 Euro ausgeben zu müssen, um das Stammkapital für die GmbH aufbringen zu können und entsprechende Grundstücke, Gebäude und Einrichtung zur Verfügung zu haben. Weiter geht es mit den Versicherungen und der Belegschaft. Man muss als Arbeitgeber seine Angestellten in den Sozialsystemen versichern. Hinzu kommen weitere Aufwendungen, zum Beispiel Versicherungen gegen Geschäftsausfälle wie durch einen Brand (Gebäudeversicherung) oder einen Elementarschaden (Sturm, Hagel, Hochwasser).

Wer zu diesem Zeitpunkt noch nicht resigniert hat, kann sich an die Inneneinrichtung des Bordells machen und eine Schanklizenz beantragen. Wer eine eigene Küche betreibt, muss entsprechende Auflagen des Ordnungsamtes erfüllen. Letztlich kann man sich daran machen, Damen zu werben, welche die Wünsche der Kunden erfüllen. Üblich ist es, dass man die Zimmer oder Plätze im Bordell nach Tagen oder Wochen vermietet und den Damen dafür entsprechende Rechnungen ausstellt. Diese arbeiten als freie Gewerbetreibende auf eigene Rechnung, der Bordellbetreiber kann aber auch an den Einnahmen beteiligt werden.

Die Eröffnung

Viele Neulinge und Amateure verlieren leicht den Überblick über die laufenden Kosten, vor allem wenn sie noch nie selbst ein Geschäft betrieben haben. Strom, Wasser, Heizung, Brennstoffe, Speisen und Getränke sowie allfällige Reparaturen müssen für mindestens drei Monate gesichert sein. Um nicht in eine finanzielle Schieflage zu geraten, muss man schon vorher und im laufenden Betrieb rechtzeitig Rücklagen bilden. Eine defekte Abwasserleitung, ein chronisch überforderter Sicherungskasten oder eine gesperrte Zufahrt können den Betrieb vom einen auf den anderen Tag zum Erliegen bringen. Derartige Risiken sollte man im günstigsten Fall bereits im Geschäftsplan berücksichtigt haben, denn im Geschäftsalltag werden sie durch Umsatzausfälle schnell Löcher ins Budget reißen.

Als Neuling hat man es immer schwer, sich erst einmal zu etablieren. Daher gehört es zum Betrieb auch, Werbung für sich zu machen und das Marketing zumindest semiprofessionell zu betreiben. Die besten Angebote nutzen nämlich nichts, wenn man sich nicht ständig im Gespräch hält. Über den Preis allein gewinnt man in einem ruinösen Wettbewerb kaum Marktanteile und schmälert nur die eigenen Gewinnmargen. Man muss stets etwas Besonderes und Neues bieten, um sich im Gedächtnis zu halten.

Der laufende Betrieb

Als geschäftsführender Inhaber kann man sich in der Anfangszeit auf zwölf bis vierzehn Stunden Arbeit täglich einstellen. Auch im laufenden Betrieb ist es nicht selten, dass man zehn bis zwölf Stunden im Betrieb verbringt. Der Begriff Selbstständigkeit lässt sich auch hier über die Adjektive "selbst" und "ständig" definieren. Wer sein Geschäftsmodell gut durchdacht hat, kann sich bei einem gut laufenden Betrieb als Unternehmerlohn durchaus fünfstellige Summen im Monat auszahlen. Man benötigt vor allem viel Geduld, einen langen Atem und eine geschickte Planung dazu.

   

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Dieser Artikel wurde von einem freien Redakteur verfasst; darin zum Ausdruck gebrachte Meinungen entsprechen nicht notwendig den Meinungen von markt.de.

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