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Safeword – Sicherheit beim Sex-Rollenspiel und BDSM

BDSM Augenbinde Handschellen Ein Safeword gehört zu jeder BDSM Session.

Mit den folgenden Tipps bleibst du beim BDSM sicher und kannst dich einfach nur fallen lassen

Die Vereinbarung eines Safewords ist zur Sicherheit bei Fessel- und anderen BDSM-Rollenspielen Pflicht. Damit kann eine Bondage-Session jederzeit abgebrochen werden. Ein Safeword gehört zum BDSM-Prinzip "SSC - Safe, Sane and Consensual" - dies bedeutet sicher, verantwortungsbewusst und einvernehmlich. Die Sicherheit aller Beteiligten hat bei BDSM Sessions oberste Priorität. Beide Partner bei BDSM übernehmen durch vorausgehende Absprachen zu Safeword und Tabus Verantwortung, dass das Spiel sicher und einvernehmlich abläuft. Hier wichtige Tipps zu dem Sicherheitscode.

Einführung

Warum braucht ein BDSM-Rollenspiel ein Safeword?

Du solltest Dir darüber im Klaren sein, das selbst die leichtesten BDSM Spielereien mit physischen oder psychischen Verletzungen enden können, wenn Du die Sicherheitsregeln nicht beachtest. Zu große Schmerzen, Krämpfe im Bein, durch Atemnot, panische Angst, Tabubrüche oder Taubheit in Körperteilen wegen zu enger oder verrutschter Fesseln können beispielsweise Gründe für einen sofortigen Abbruch sein.

  • Für beide Partner im BDSM-Rollenspiel, für den Top und Bottom, kann es sehr erregend sein, wenn der Bottom seine Rolle ganz spielen kann und nach Lust schreien, stöhnen, heulen oder auch um Gnade betteln kann ohne, dass der Top sich sorgen muss.
  • Ein Sadomaso-Rollenspiel kann sich immer anders entwickeln als vorher geplant. Fesselungen können sich verschieben und sich über Gelenken an Stellen zusammenziehen, die mitunter lebensgefährlich sind.
  • Auch wenn sich Top und Sub gut kennen, so können sich Schmerztoleranzen verändern. Frisch verheilte Wunden sind beispielsweise nicht erkennbar, aber besonders schmerzempfindlich.
  • Nichts ist langweiliger, wenn ein Dominus oder die Herrin ständig nachfragen muss, ob nicht schon Schmerzgrenzen erreicht sind.

Durch die Vereinbarung eines Safewords kannst Du Deinen Gespielen Bescheid sagen, wenn für Dich beim Spanking gerade eine Grenze überschritten wird. Ganz egal ob diese körperlicher, seelischer oder moralischer Natur ist, es muss einen Weg geben, dem Anderen dies zu vermitteln. Mit meiner Anleitung wird es Dir gelingen, bei Deinem erotischen Abenteuer für ausreichende Sicherheit zu sorgen.

Tipps für die Wahl von Sicherheitscodes

Wahl des Safewords

Safeword BDSM Das Safeword sollte einfach als solches zu erkennen sein.

Das Safeword sollte ein Wort sein, das Du normalerweise nicht beim Sex bzw. Dirtytalk verwendest und das nicht so leicht verwechselt werden kann. Zum Rollenspiel gehört es die Herrin oder den Herrn anzuflehen, mit der Folter aufzuhören, nur damit dieser sie noch härter bestraft. Erniedrigung und Bestrafung sind Teil des Rollenspiels. Damit es nicht zu Missverständnissen kommt, sollte Dein Safeword also nicht „Nein“, „Aufhören“ oder „Bitte nicht“ lauten. Gerade diese Worte gehören in Szenarien von Rollenspielen. Sehr gut lassen sich zum Beispiel Begriffe aus dem Reich der Farben verwenden, denn mit einer Ampel können noch weitere Abstufungen gegeben werden.

  1. Rot“, „Mayday“ oder „SOS“ heißt: Sofort aufhören. Das Rollenspiel ist gestoppt und der Sub muss sofort befreit werden.
  2. Gelb“, „Nein!“ oder „Aua - Autsch!!“ bedeutet: An der Grenze. Im Zweifelsfall Fesseln prüfen, ob diese sich an falscher Stelle zusammengezogen haben. Anschließend vorsichtig oder mit einer anderen Praktik weitermachen.
  3. Grün“, „Danke, Herr/in“ oder „Bitte mehr!“ - es ist alles Okay und es kann fröhlich weitergemacht werden.

Allgemein anerkannt neben "Mayday" oder "SOS" ist auch "Safeword!" als Safeword. Es kann durch die Verwendung verschiedener Wörter also das Rollenspiel ganz beendet oder nur die Intensität reduziert werden. Wähle für Dich etwas aus, mit dem Du Dich wohlfühlst.

"Gnade" oder "Mercy"

Ruft der Sub "Gnade" oder "Mercy" so ist dies kein echtes Safeword (es sei denn, dies wäre vorher abgesprochen), aber es zeigt an, dass Grenzen erreicht sind. Der Sub signalisiert, dass die Schmerztoleranz überschritten ist. Es bleibt dem Top vorbehalten zu entscheiden, ob das Gnadengesuch bewilligt wird und das Spiel in anderer Form oder in anderer Intensität weitergeführt wird.

Körpersprachen-Codes bei Knebelung

Bei fortgeschrittenen Züchtigungsniveau wird Dir der Mund mit einem Knebel verschlossen, so dass Du ein Safeword nicht mehr laut und deutlich artikulieren kannst. Vereinbare mit Deinem Partner im Voraus für mögliche Knebelungen Signale mit denen Du durch Gesten anzeigen kannst, wenn es Dir zu viel wird. Bei Knebelung musst Du Deinem Gespielen nonverbal vermitteln können, dass sie oder er aufhören soll.

  • Handzeichen sind dafür besonders geeignet, wie etwa der erhobene Zeigefinger oder das Formen eines Kreises mit Zeigefinger und Daumen. Auch ein Nicken oder Schütteln mit dem Kopf ist möglich, hier besteht allerdings größere Verwechselungsgefahr.
  • Bewährt hat sich auch ein Dreimaliges Klopfen, welches als Notsignal dient. Dazu benötigst Du natürlich eine harte Fläche, auf die Du geräuschvoll klopfen kannst.
  • Ponysignale werden so genannt, da diese oftmals beim Pony Play bzw. Petplay verwendet werden. Diese funktionieren allerdings nur wenn die Füße auf festem Boden stehen. Die Ponysignale folgen dem Ampelcode:
    • Rot: Heben eines Knies. Bleibt das Knie oben, muss die Session enden.
    • Gelb: Knie nur kurz anheben und wieder zurück auf den Boden stellen. Der Schmerz konnte noch verarbeitet werden.
    • Grün: Dreimal mit dem Fuß auf dem Boden stampfen bedeutet, dass alles in Ordnung ist.
  • Für den dominanten Partner heißt es besonders aufmerksam zu sein, wenn der Sub aufgrund Knebel in seinen Ausdrucksmöglichkeiten eingeschränkt ist.

Akustische Signale als Safewords

Handzeichen-Codes als Safeword können leicht ignoriert werden, da Dein BDSM-Top Dir nicht ständig auf die Hände schauen kann.

Falls diese nicht zur Verfügung steht, hat sich ein lautstark fallender Gegenstand als ein gutes akustisches Safeword erwiesen. Alternativ zum Klopfsignal bekommst Du dazu einen schweren Gegenstand, z.B. einen Dildo aus Metall, oder eine Schelle in die Hand gedrückt. Diesen hältst Du während des Spiels fest. Lässt Du diesen auf den Boden fallen, gilt dies als Safeword. Dies hat sich auch besonders bewährt, falls Du in eine Art Trance verfällst oder Du gar nicht mitbekommst, dass z.B. Deine Hand eingeschlafen ist.

Der Bestätigungs-Code ("Okaycodes") zur Rückversicherung

In mehreren BDSM-Situation kann ein Bestätigungs-Code sinnvoll sein. Dein Dominus oder Domme nennt den Bestätigungscode und Du musst diesen beantworten. Beispielsweise kann der Dom fragen "Wie lautet Deine Farbe?". Die Antwort geschieht entweder durch einen weiteren Code ("Grün" ist alles klar, "Orange" noch ok bis "Rot" gilt als "nein, stopp"), oder bei Knebelung durch Kopfnicken, Kopfschütteln oder entsprechende Handzeichen. Ein Bestätigungs-Code kann bei BDSM-Spielen zum Beispiel zur Rückversicherung sinnvoll sein, wenn Dein Lord oder Lady sichergehen will, dass der letzte Aufschrei mit Wonne geschah und alles in Ordnung ist. In fortgesetzten Sessions vertiefen sich Subs so sehr in ihrer Rolle oder treten auch in eine Trance, dem sog. Subspace, dass sie vergessen oder zumindest unfähig sind ihr Safeword auszusprechen. In solchen Situationen ist eine Rückversicherung notwendig. Ist der Sub im Subspace muss zur Sicherheit jede Schmerzquelle abgestellt werden und der Sub sollte Zeit finden, den Subspace zu genießen und langsam wieder zurück zur Realität zu kommen.

Alternativen zum Safeword

Kalibrieren als Alternative zum Safeword

Jeder hat andere Schmerzgrenzen. Wenn Dich ein neuer Dom oder neue Domina zur Session ruft, möchte er oder sie nicht Deine persönlichen Schmerzgrenzen während des Rollenspiels kennen lernen müssen. Nichts schadet einem Rollenspiel mehr, als wenn Du mehrfach Dein Safeword einsetzen musst um Deine Grenzen zu kommunizieren oder wenn die Spielart zu weich und zu soft ist. Daher haben findige SM-Meister das Kalibrieren erfunden.

Dies findet vor dem Rollenspiel statt. Bei der Kalibrierung verpasst Dein Dom oder Domina Dir Schläge unterschiedlicher Härte, die Du auf einer Skala von eins (sehr leicht, bitte härter!) bis zehn (autsch!, absolute Lustschmerzgrenze) bzw. mit Safeword (zu viel!) einordnest. Dein Gebieter wird dies so lange fortsetzen, bis er genau abschätzen kann, welcher Schlag die gewünschte Wirkung bei Dir erzielt. Wenn die Kalibrierung für alle Spielzeuge wie z. B. Gerte, Peitsche oder Rohrstock abgeschlossen ist, darf nach einer Ruhepause die eigentliche Session beginnen. Diese Methode des Kalibrierens lässt sich bei allen BDSM-Spielarten einsetzen, wie z.B. auch beim Spiel mit heißem Wachs - Tipps hier.

Ohne Rettungsring - das riskante Spiel ohne Safeword

Einige Doms schwören darauf, dass sie Sadomaso am meisten ohne Safeword genießen. Sie befürchten ansonsten, dass sie durch zu Sicherheitssignale durch den Bottom gesteuert werden können und gerade das sollte bei einem BDSM-Spiel natürlich nie passieren. Stattdessen sollte der Sklave oder die Sklavin sich gewöhnlich artikulieren und um Gnade flehen, wenn es zu viel wird. Sie setzen darauf, dass sie dies jederzeit verstehen, Grenzen erkennen und verantwortungsvoll reagieren können. Auch für viele Subs kann es erregend sein, wenn sie sich so der Lust und Laune des Tops noch mehr ausgeliefert fühlen.

Ohne ein Safeword zu spielen ist allerdings immer mit sehr großem Risiko verbunden, da es leicht zu Missverständnissen führen kann, wann gewollt Schmerzgrenzen überschritten werden und wann dies ungewollt geschieht. Insbesondere da auch dauerhafte Schäden an Sehnen oder Narben entstehen können. Es sollte nur durch Partner durchgeführt werden, die bereits über viele Sadomaso-Sessions Erfahrungen miteinander gesammelt haben. Ein Kalibrieren ist kein Ersatz. Ansonsten sollte niemand zu einem solchen Spiel genötigt werden.

FAQ - Wichtige Fragen zum Safeword

Was ist, wenn mein Partner mitten im Spiel das Safeword benutzt?

BDSM Frau Ein Safeword ist sehr wichtig für das Vertrauen zwischen Dom und Sub.

Es ist völlig in Ordnung, auch einmal nein zu sagen. Nimm es nicht persönlich. Dies ist keine Ablehnung deinerseits und heißt auch nicht, dass er Dich nicht mehr mag. Es bedeutet einfach nur, dass Dein Partner gerade etwas anderes machen möchte als Du oder der letzte Peitschenhieb vielleicht doch zu hart war. Sei als Herr oder Herrin verständnisvoll und einfühlsam. Sorge dafür, dass der devote Partner sich mit seiner Entscheidung wohlfühlt, und zeige nicht Deine Enttäuschung darüber. Sonst wird er sich beim nächsten Mal wohlmöglich nicht mehr trauen, das Signalwort einzusetzen, um seinen Herren oder seine Herrin nicht zu verärgern. Bedanke Dich bei ihm, dass er darauf aufpasst, dass ihr nicht zu weit geht und somit ein befriedigenderes Erlebnis für euch beide sichergestellt hat. Eins ist jedenfalls klar: Sobald das Safeword im Rollenspiel benutzt wird, hörst Du sofort auf. Ansonsten droht der Zusammenbruch des Vertrauens, welches für eine lustvolle BDSM Erfahrung unerlässlich ist.

Was ist beim Umgang mit dem Safeword zu beachten?

Präge Dir Dein Safeword gut ein. Nichts ist schlimmer als wenn die Situation für Dich brenzlig wird und Du es nicht mehr aushältst, aber dir die erlösenden Worte einfach nicht mehr einfallen wollen. Übe es ein paar Mal und spreche mit Deinen Partnern vor jedem erotischen Intermezzo noch einmal ausdrücklich darüber. Denn schließlich kann auch Deinem Gegenüber das Safeword nach zahlreichen Sitzungen einmal entfallen und dann wundert er sich, warum Du die ganz Zeit nach Ananas schreist, während er Dir die Nippel abklemmt. Benutze immer dieselben Wörter, um Missverständnisse zu vermeiden.

Nachbehandlung

Domina mit Peitsche Nicht nur ein Safeword, sondern auch Gesten dienen der Sicherheit für erotische BDSM-Spiele.

Nach Abbruch einer Session muss der Top nicht nur den Sub von der Fesselung befreien, sondern sich auch um dessen physischen und psychologischen Wunden kümmern, die entstanden sind. Eine einfühlsame Nachbehandlung ist wichtig, da der Sub gerade viele emotionale Höhen und Tiefen durchlebt hat. Sonst droht ein Absturz, der für den Sub sehr verletzend wirken kann. Der Top sollte den Sub für die Nachbehandlung so lange in den Arm nehmen, bis sich dieser wieder vollständig beruhigt hat und sich selbstständig macht. Auch eine sanfte Ölmassage - außerhalb der wunden Körperstellen - kann dem Sub helfen, wieder im Alltag anzukommen.

Sicherheit und Respekt

Bei aller Aufregung sollte bei diesen spannenden BDSM Spielereien die Sicherheit nicht zu kurz kommen. Wähle Dir ein auffälliges Safeword aus, präge es Dir und Deinen Mitspielern gut ein. Respektiere auch die Entscheidung deiner BDSM Partner, wenn sie ihr Safeword benutzen. Das schafft Vertrauen und so könnt ihr euch einander richtig hingeben. Lasse Deinen Sklaven oder Sklavin nicht allein, damit Du das Safeword hören kannst. Neben dem Safeword sollten auch Tabus vor der Session abgesprochen. Zudem sollten auch bei dem heißesten Rollenspiel Vorkehrungen für Safer Sex und entsprechende Verhütung nicht außer Acht gelassen werden. Werden diese Sicherheitsvorkehrungen beachtet, kann sich der Sub noch mehr dem Sadomaso-Rollenspiel hingeben und in seine devote Rolle eintauchen.


Stöbere weiter in den BDSM-Ratgebern Sex-Tipps für die junge Domina - wenn der Mann Sklave wird und Wie jede Frau ihren gefesselten Mann zum absoluten Orgasmus bringen sollte.


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Dieser Artikel wurde von einem freien BDSM-Redakteur verfasst; darin zum Ausdruck gebrachte Meinungen, Tipps und Vorschläge entsprechen nicht notwendig den Meinungen von markt.de. Ich arbeite bereits seit über zehn Jahren als Domina und weiß, worauf es bei diesem anregenden Rollenspiel ankommt. Kritik, Ideen und Verbesserungsvorschläge zu Bondage und andere Fetischspielen sind immer willkommen.

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