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Zwangsprostitution erkennen und verantwortungsvoll helfen - Sicherheitshinweise

Wie erkenne ich eine Zwangsprostituierte?

Zwangsprostitution Zwangsprostitution ist ein Verbrechen.

In Deutschland werden Tausende von Frauen gezwungen als Prostituierte zu arbeiten. Besonderes in Osteuropa und Afrika haben sich Netzwerke der organisierten Kriminalität gebildet, die über Mittelsmänner Frauen anwerben und nach Deutschland und andere Länder einschleusen. Dies ist ein schweres Verbrechen. Auch Freier machen sich strafbar.

Menschenhandel - ein schweres Verbrechen

Die Opfer werden bei Anwerbung häufig über ihre wahre Tätigkeit im Zielland im Unklaren gelassen. Meist wird ihnen eine scheinbar seriöse Arbeit als Kellnerin oder Haushaltshilfe versprochen. Diese Banden schleusen die Frauen nach Deutschland und übergeben sie dort einer Gruppe von Zuhältern im Netzwerk. 

Zuerst wird den Frauen der Pass abgenommen, sie werden eingesperrt, damit sie nicht fliehen können, über Zeit, Gewalt und Drohungen wird ihr Wille gebrochen und schließlich werden die Opfer unter strenger Kontrolle auf die Straße oder in einschlägige Clubs geschickt, um „anzuschaffen“. 

Hohe Dunkelziffer der Zwangsprostituierten

  • Die EU-Kommission schätzt, dass weltweit jährlich etwa eine Million Frauen Opfer von Menschenhandel werden.
  • Alleine in der Europäischen Union werden nach OSZE-Angaben jährlich rund 175.000 Frauen aus den mittel- und osteuropäischen Staaten gehandelt. Geschätzte 500.000 Frauen und Mädchen werden in der EU zur Prostitution gezwungen.
  • Die meisten Zwangsprostituierten sind unter 25 Jahren, viele erst zwischen 12 und 18 Jahren. Das Verbrechen an den Zwangsprostituierten ist aufgrund der psychischen Schäden und Traumata der Opfer unermesslich.

Hilfe benötigt - Freier, insbesondere Männer tragen Verantwortung 

Zuhälter können mit der Arbeit dieser Frauen Milliardengewinne erzielen. Die eingeschleusten Frauen sind ihren Zuhältern hilflos ausgeliefert. Sie können nicht fliehen, weil sie keinen Pass mehr haben. Außerdem wüssten sie auch nicht, an wen sie sich wenden könnten, da sie die deutsche Sprache kaum oder gar nicht sprechen bzw. die Rechtslage nicht verstehen.

Im Milieu gibt es zahlreiche Frauen, die Sex-Arbeit selbstbestimmt, auf selbstständiger Basis, anbieten. Diese Dienste können Männer legal in Anspruch nehmen. Über die Erotikanzeigen Sie sucht Ihn finden sich beispielsweise viele legal registrierte Prostituierte.

Dagegen ist Zwangsprostitution eine grobe und gleichsam skandalöse Menschenrechtsverletzung. Männer sollten und dürfen die Dienste von Opfern dieser Straftat nicht ausnutzen bzw. geraten in Gefahr als Freier selbst eine Strafttat zu begehen. Jeder Mann, der die Dienste von Sex-Arbeiterinnen annimmt, sollte sich zudem bewusst sein, dass er durch seine Nachfrage nach diesen Diensten einen Markt für mehr Angebot schafft. Verantwortungsbewusste Männer wollen keine missverständlichen, zweifelhaften oder konfliktgeladenen Situationen und Abhängigkeiten schaffen. Sie reagieren auf Missstände und sorgen für einen fairen Umgang miteinander. 

Menschenhandel ist ein Verbrechen, das in der Bundesrepublik zu Recht hoch bestraft wird.

Wie erkennt man Zwangsprostituierte und Notlagen?

Schaden an Körper Anzeichen der Zwangsprostitution

Es gibt einige Kriterien und Anzeichen, anhand derer Zwangsprostituierte erkennbar werden:

  • Frauen, deren Kleidung oder Körper auf Misshandlungen und Gewalt hinweisen,
  • die weinen oder verängstigt sind,
  • die Ekel oder Widerwillen ausdrücken,
  • die nicht professionell und selbstbestimmt arbeiten,
  • die nicht nach den Wünschen von Männern fragen,
  • keine Tabus nennen bzw. alle Sexualpraktiken tabulos durchführen,
  • im Verstoß gegen das Prostitutionsschutzgesetz nicht safe, d.h. ohne Kondome arbeiten,
  • die mit dem Kunden verbrachte Zeit nicht selbst bestimmen können,
  • Kunden nicht ablehnen können oder dürfen,
  • das verdiente Geld nicht selbst entgegen nehmen,
  • in verschlossenen Räumen arbeiten,
  • kein oder kaum Deutsch sprechen, 
  • alkoholisiert oder unter Drogen stehen,
  • krank (z.B. Fiebertemperatur) sind,
  • keine Ausweispapiere wie z.B. Prostitutionsausweis mitführen,
  • oder minderjährig scheinen.

Entsteht Verdacht anhand dieser Kriterien, besprechen Sie dies und lassen Sie sich einen Ausweis zeigen. Werden Kunden von diesen Frauen über die Zwangslage aufgeklärt, muss dies verantwortungsvoll ernst genommen werden. Man sollte die Frau beruhigen, respektvoll mit ihr umgehen und selbstverständlich auch bei vorheriger Zahlung nicht auf Sexualverkehr bestehen. Anschließend müssen Sie eine Beratungsstelle anrufen und/oder sich an die nächste Polizeidienststelle wenden.

 

Auch Beratungsstellen von Diakonien und Kirchen unterstützen Opfer von Menschenhandel und Prostituierte in Notlagen. Die Hilfeangebote sind an die vielfältigen Nöte und individuellen Bedürfnisse angepasst. Mehr Information und Adressen von Fachberatungsstellen für Opfer von Menschenhandel bei der Diakonie hier, dem Frauentreff Olga in Berlin oder dem Fraueninformationszentrum FIZ - Stuttgart. Hilfe gibt es dort in mehreren Sprachen. Dieser Artikel ersetzt kein Gespräch mit einem Rechtsanwalt und hebt keinen Anspruch darauf, die Rechtslage aktuell darzustellen. Wichtig ist, dass Menschhandel und Zwang gestoppt wird. Helfen Sie mit!

 

Bitte beachten Sie, dass sich Freier von Zwangsprostituierten strafbar machen. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung und erhebt keinen Anspruch auf Aktualität, Vollständigkeit oder Richtigkeit der aktuellen Rechtslage. Es ist empfohlen, sich bei Behörden, Beratungsstellen oder Rechtsanwälten beraten zu lassen. 

 

 

 

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Bild 2: © Harald Biebel / Fotolia.com

Dieser Artikel wurde von einem freien Redakteuer verfasst. Darin erstellte Meinungen erheben keinen Anspruch auf Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit bezüglich der Rechtslage.